Nachgedacht

E-Mobilität

Wir leben in der Zeit von E-Scootern, E-Bikes und Elektroautos. E-Mobility eben.
Sobald der Buchstabe „E“ vor einem Wort oder am Ende eines Autokennzeichens steht, denken viele, es würde sich um etwas Umweltfreundliches handeln.
Leider ist oft das Gegenteil der Fall: Wenn ein normales Fahrrad aus Bequemlichkeit durch einen E-Scooter ersetzt wird, muss eine Batterie produziert werden, und es wird Strom verbraucht. Wenn ein Auto mit Verbrennungsmotor, einer Tonne Gewicht und 70PS durch ein E-SUV mit 2,2 Tonnen und 300 Strom-PS ersetzt wird, ist das sicher kein Fortschritt in Sachen Umweltschutz.

Ich fände es gut, wenn wir bei der Mobilitätswende mal über den Tellerrand blicken. Woher kommt eigentlich der dazu notwendige Strom? Tschechien, Polen und Frankreich bauen neue Atomkraftwerke. In Flamanville wird schon gebaut, Penly, Dukovany, Temelin, Zarnoviec und Lubiat sind in Planung, und auch dort wird in fünf bis zehn Jahren Atomstrom hergestellt. In Frankreich kommen 71% des Stroms aus Atomkraft. Der Großteil der E-Autos in Frankreich wird also mit Atomstrom betrieben, gegen den wir Deutsche richtigerweise demonstrieren. Es stellt sich die ethische Frage, ob wir Deutsche dann noch mit unserem neuen E-Auto nach Frankreich in den Urlaub fahren dürfen?!

Um unsere Städte sauber zu halten, gibt es zumindest im Sommer ein umwelttechnisch konkurrenzloses Verkehrsmittel: Das herkömmliche Fahrrad! Für den Transport von Lasten ist dann natürlich ein E-Bike eine umweltfreundlichere Lösung als ein E-Auto.